Juni 2018: Bäume sind Freund*innen

Vor 17 Jahren wurde in Osnabrück die Baumschutzsatzung abgeschafft. Das hat zur Folge, dass sogar auch besonders alte und ökologisch wichtige Bäume – so wichtig für Klima, physisches und psychisches Wohlbefinden – in der Stadt viel einfacher beschnitten und gefällt werden können. Das ist – gelinde ausgedrückt – Mumpitz!

Der gemeinnützige Verein „Osnabrücker Baumschutz e. V.“ hat nun eine online-Petition an den Stadtrat gestartet um Stimmen für die Wiedereinführung einer solchen Baumschutzsatzung zu sammeln.

Bäume sind unsere Freund*innen, sowohl bei uns auf dem baumreichen Wagenplatz als auch überall anderswo: Sie spenden uns Schatten, reinigen unsere Luft, bieten vielen tollen und wichtigen Lebewesen Habitat und sehen obendrein auch noch schön aus. Und sie können uns – teils jahrhundertealte – Geschichten erzählen!

Es gibt tausend gute Gründe, einen Baum NICHT zu fällen!!! Wir als WabOS unterstützen darum die Forderung nach Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung. Und wir, d. h. eigentlich am meisten die Bäume in der Stadt und ihre Bewohner*innen selbst, würden uns bzw. sich sehr freuen, wenn ihr die Petition auch unterzeichnetet!

Anfang Mai 2017: Es geht ums Ganze!

Am Donnerstag, den 11.05.2017, wird im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt über eine Änderung des Bebauungsplans Nr. 616 verhandelt. Für uns geht es dabei im wahrsten Sinne des Wortes ums Ganze, da nicht nur unser Fortbestand an Ort und Stelle, sondern auch unser Antrag auf die Erweiterung der WabOS Thema sein wird. Die Vorlage des TOPs findet ihr hier. Unterstützung im und am Sitzungssaal (diesmal ausnahmsweise im Stadthaus 1, Natruper-Tor-Wall 2, Sitzungsraum 717/718) ab 17 Uhr ist herzlich willkommen!

In der online-Ausgabe der Lokalzeitung noz wurde dazu und zusammen mit einer ersten Ankündigung unserer Demo bereits etwas berichtet.

14. Dezember 2016: Pressemitteilung #005

Betreff: Sitzung des Osnabrücker Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt vom 08.12.2016 / Artikel “CDU und SPD geben Weststraße nicht auf – Große Einigkeit im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt: Die Wagenburg soll bleiben” (NOZ, 10.12.2016)

Die Wagenburg begrüßt die Entscheidung der Parteien (namentlich FDP, Grüne, Linke, SPD und CDU), unser gemeinschaftliches Wohnprojekt als eine Bereicherung für die Stadt anzuerkennen. Wir sind positiv überrascht über das Zugeständnis, am Finkenhügel bleiben zu können.
Dabei bleibt jedoch klarzustellen, dass die Bebauungspläne, so wie sie in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zur Diskussion gestellt werden, weder einen kompletten noch einen langfristigen Erhalt der von uns genutzten Fläche garantieren.
Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass sich die Bürger*innen aktiv mit der Thematik auseinandersetzen und von dem Recht, ihre Stimme zu erheben, Gebrauch machen. Die in unserem Konzept geforderte Erweiterung unserer Wagenburg auf das Nachbargrundstück zielt nicht nur auf den dringenden Bedarf nach mehr Raum für Bauwagenleben ab, sondern auch auf den Erhalt der ehemaligen Hausgärten Am Hirtenhaus. Denn die dortigen Grünflächen stellen ein besonderes urbanes ökologisches Kleinod dar.
Wir rufen dazu auf, die Beplanung der Abschnitte Nr. 616 und 617 nicht den noch immer andauernden Streitigkeiten der Osnabrücker Parteienlandschaft um die Weststraße zu überlassen. Wir fordern die strategischen Ziele der Stadt nicht auf die Schaffung von Wohneinheiten zu reduzieren. Vielmehr ist es für eine positive Entwicklung dieser Stadt notwendig, progressive Impulse umzusetzen und unkonventionelle, nachhaltige Ideen zu verwirklichen.

Wir laden die Presse und Interessierte dazu ein, am Dienstag, den 20.12.2016, bei der feierlichen Übergabe der ersten Unterschriften unserer (online-) Petition oder  dabei zu sein. Die Übergabe findet im Büro des Herrn Oberbürgermeister Griesert in der Bierstraße 28 um 17 Uhr statt.

07. Dezember 2016: Pressemitteilung #004

Die WabOS (Wagenburg Osnabrück) veranstaltet am Samstag, den 10.12., ab 11 Uhr einen Infostand am Jürgensort (Große Straße, vor L+T). Über die aktuelle Bedrohungslage für die seit 19 Jahren Am Hirtenhaus (Finkenhügel) bestehende Wagenburg aufgrund der Bebauungspläne (Nr. 616, ggf. auch 617) sollen Informationen verteilt werden und das Gespräch mit Bürger*innen gesucht. Zugleich wird bei der Gelegenheit die Unterschriftensammlung für den Erhalt des sozialen und ökologischen Gemeinschaftswohnprojektes auf der bisherigen Fläche fortgesetzt.

Wir weisen nochmals darauf hin, dass eine erste Übergabe von Unterschriften stellvertretend an Herrn OB Griesert (presse-) öffentlich am 20.12.2016 um 17 Uhr stattfinden wird – unabhängig vom Ausgang der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am morgigen Donnerstag, den 8.12. (siehe dazu online das Ratsinformationssystem der Stadt Osnabrück).

Unterstützer*innen haben auch weiterhin online die Möglichkeit, ihre Unterschriften abzugeben. Siehe dazu: https://www.change.org/u/wabos bzw. diesen Direktlink.

Weitere Informationen in unserer Broschüre; sowie in unserem Konzept zur „Lösung der Bebauungskonflikte am Finkenhügel“.

Öffentlich erreichbar ist der WabOS e. V. am besten per Mail an wabos’at’riseup.net

November 2016: Und klammheimlich die Stadt.

Im November 2016 veröffentlichte die Stadt Osnabrück – ganz unscheinbar und doch so folgenreich… auf den Seiten des Immobilienmarktes in der Lokalzeitung (NOZ)… klammheimlich und doch so laut …neben ein paar unauffälligen posts auf ihren Seiten im Netz – ihre Bebauungs- und Verkaufsabsichten im Bereich des Finkenhügels.

Nicht nur der Inhalt ist „beh“, sondern auch die Art und Weise der sogenannten „Kommunikationspraxis“ – so gesetzlich verankert und „gängig“ sie auch sein mag – finden wir ziemlich „beh“.

UNSER ZUHAUSE WIRD NICHT VERMARKTET!
¡BASTA!

11. September 2016: Pressemitteilung #001

Am 30.08.2016 wurde im Rat der Stadt Osnabrück die Aufstellung der Bebauungspläne Nr. 616 und 617 (Bereiche Westerberg / Finkenhügel) beschlossen, von denen ersterer unsere Wagenburg direkt betrifft. In der Abstimmung zu Nr. 616 hielten allein Christopher Cheeseman (z. Zt. parteilos; ehemalig Die Linke), der die WabOS seit Langem kennt, und Ralf ter Veer (Piraten) dagegen, während alle übrigen Ratsmitglieder für die Aufstellung stimmten (TOP 10.9).
Dennoch wurde in einer vorhergehenden Diskussion deutlich, dass die einzelnen Fraktionen sich nicht gegen unsere Wagenburg stellen. Herr Thiele (FDP) versuchte mit Worten zu beschwichtigen, dass eine Lösung gefunden werde und kein Grund zur Panik bestehe, obwohl die auf dem Nachbargrundstück unserer Wagenburg befindliche Villa “abgebrannt” sei (siehe NOZ NOZ-Artikel 1 und NOZ-Artikel 2; siehe unten).
Sowohl SPD als auch Grüne äußerten sich unserer Wagenburg gegenüber positiv: Frank Henning (SPD) wies schon vorab (TOP 10.2) darauf hin, dass die Wagenburg einbezogen werden müsse. Heiko Panzer (SPD) betonte, dass Gespräche von vornherein nicht mit der Suche nach Alternativflächen begonnen werden sollten, und dass es ihn verärgert habe, dass dies so passiert ist. Ulrich Hus-Halstenberg (SPD) wies darauf hin, dass Ortsbegehungen bei uns sehr wichtig zur Lösungsfindung seien, da nicht über unsere Köpfe hinweg entschieden werden dürfe. Er stellte unser Argument, dass wir bereits auf der Fläche wohnen, in den Vordergrund. Jens Meier (Grüne) befürwortete das Konzept “Wagenburg” weiterzuentwickeln, wie es der Naturschutzbeauftragte der Stadt, Gerd Mäscher, im Vorhinein bereits als zukunftsträchtige ökologisch verträgliche Alternative zu konventionellem, Flächen-versiegelndem Wohnen empfohlen hatte.

Einzig die CDU-Fraktion deklarierte in dem vorab behandelten TOP zur Umgehungsstraße West (10.2), dass es sich um “hochattraktives Wohngebiet” handele, welches dringend gebraucht werde.

Jens Meier (Grüne) bemerkte hingegen, dass in Osnabrück bereits 100 ha Fläche zu sofortiger Wohnbebauung zur Verfügung stünden.

Christopher Cheeseman (parteilos) wies darauf hin, dass bei einer Wohnbebauung mit weiterem Verkehrsaufkommen in der Gegend zu rechnen sei – ein Gesichtspunkt, der auch uns völlig widersprüchlich erscheint, da am Westerberg seit Jahren um Verkehrsberuhigung gerungen wird.

Nachdem bereits Volker Bajus (Grüne) und Ulrich Hus-Halstenberg (SPD) jeweils in Repräsentation ihrer Fraktionen und des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt sowie der Naturschutzbeauftragte der Stadt, Gerd Mäscher, auf unsere Einladung uns zu besuchen und kennenzulernen eingegangen sind, erwarten wir in Kürze Besuch durch die CDU-Fraktion.

Anfang September haben wir unterstützend zu unserer Kampagne eine online-Petition, gerichtet an die Stadt Osnabrück, gestartet, die schon jetzt Hunderte Unterzeichner*innen hat.

Zu finden ist sie unter https://www.change.org/u/wabos bzw. über diesen Direktlink.

Den Brand des leerstehenden Hauses auf dem an unsere Wagenburg angrenzenden Grundstück in den frühen Morgenstunden des 27.08.2016 haben wir mit leisem Schrecken zur Kenntnis genommen. Sauer stößt uns nach wie vor auf, dass den früheren Pächter*innen des Hauses – unseren direkten Nachbar*innen – schon vor einigen Jahren von der Stadt Osnabrück (grundlos?) gekündigt wurde. Ein angeblich vorgesehenr Abriss erfolgte nicht. Stattdessen wurde das Grundstück von der Stadt Osnabrück fahrlässig vernachlässigt. – Dies wohlgemerkt auch anstelle einer Nutzungsmöglichkeit durch unsere Wagenburg, obwohl von unserer Seite sowohl Interesse als auch Bedarf bestehen.

zur Erklärung:

Die WabOS (Wagenburg Osnabrück) ist ein alternatives Gemeinschaftsprojekt, das seit 1997 Am Hirtenhaus (Finkenhügel) existiert. Wir sind (+/-) 10 Menschen verschiedener Altersstufen, die in ihren selbst (aus-) gebauten Bauwagen mitten im Grünen leben.
Hier probieren wir eine andere Form des Zusammenlebens aus, ohne soziale Isolation und Vereinzelung, wie sie in der heutigen Gesellschaft – auch aufgrund der Wohnverhältnisse – um sich greifen. Veranstaltungen und Partys werden gemeinsam organisiert und Entscheidungen nach dem Konsensprinzip getroffen. Jede Stimme zählt in einem Miteinander, das jede*n einbezieht.
Das Grundstück ist durch unseren Verein WabOS e. V. von der Stadt Osnabrück gepachtet. Es ist nicht erschlossen, was bedeutet, dass wir unseren eigenen Solarstrom produzieren und vorhandenes Regenwasser nutzen bzw. das wenige Trinkwasser von außen beziehen. Obwohl wir seit nunmehr 19 Jahren hier leben, plant die Stadt Osnabrück unser Zuhause als Bauland auszuschreiben. Schon 2014 schwebte über uns die (Un-) Möglichkeit einer Verdrängung im Zuge der ehemals geplanten Westumgehungsstraße. Jetzt erscheint die Bedrohungslage in einem anderen Licht: War die Westumgehung ein politisch stark umstrittenes Thema, sind sich die Parteien in puncto Bauland offenbar einig – denn mehr Wohnraum soll her. Dabei wird übersehen, dass wir bereits bezahlbaren (!) Wohnraum darstellen und es auch in dieser Stadt leerstehende Wohnungen gibt. Somit wird klar, dass kein sozialer Anspruch hinter dem Vorhaben steckt, sondern allgemein hohe Grundstückspreise in diesem Stadtteil locken. Die eigens erschaffenen Zwänge der Stadtpolitik, stetigen Zuzug zu generieren um Geld in die Kassen zu spülen, zielt eben nicht darauf ab, dass alle Bewohner*innen ein Dach über dem Kopf haben. Diese Art von Politik, die nur auf Kapitalverwertung abzielt, macht uns faktisch zu Bürger*innen zweiter Klasse und zeigt, dass für Subkulturen immer weniger Raum bleibt.
Die Fläche, die im Gespräch ist, bietet in Form ehemaliger Hausgärten, Streuobstwiese und Grünland ein natürliches Habitat für Tiere, Pflanzen und Menschen. Unser Wagenplatz fügt sich hervorragend in das Gelände ein ohne diese Lebensräume zu gefährden. Der stetigen Vernichtung von ökologischen Nischen und der fortlaufenden Umweltzerstörung gilt es neue Ideen entgegenzuhalten, die auch Fragestellungen nach neuen Wohn- und Lebensformen wie der unseren aufwerfen sollten.
Wir wollen weiterhin an diesem schönen Platz bleiben und werden für den Erhalt der Fläche kämpfen.

Artikel NOZ (Neue Osnabrücker Zeitung), 28.08.2016