20. April 2021: Ende?!?

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Parteibrei aus CDU, SPD und Grünen stürzt weiter ab

Die Ratssitzung, auf der über den Gegenstand unserer seit 2016 laufenden online-Petition und Unterschriftensammlung alles andere als „beraten“ wurde, verlief wenig frühlingshaft. Wir waren als „nach Anmeldung geduldete Zuhörer*innen“ vor Ort und haben vor tiefgekühlter Unverfrorenheit der Mehrheit der Gewählten zeitweise fast Hitzeattacken erlitten.

Tröstende Wirkung hatten die klaren unterstützenden Worte von der Linken, dem Pirat und (mit der Ausnahme, dass wir nicht weniger, sondern mehr Schutz von Feldhamstern möchten!) der FDP. Es ist eine große Erleichterung zu spüren, dass es auch in der realitätsfernen Welt der Herrschenden nicht nur [*Platzhalter für beliebige Wörter, die euch spontan in den Sinn kommen,*] gibt…

Denn es ist – nichts Neues, aber dennoch – einfach nur erschreckend und furchtbar, wie selbstherrlich und arrogant das Gros der Politnix ist. Das schließt die „Grünen“, die in ihrem Selbstmitleid zerfließen wie die letzten Yuppies, ausdrücklich mit ein. Da ist eine SPD, die einem sich als „volksnah gebenden“, in Wirklichkeit jedoch Landtags-geilen Kandidaten hinterher eifert und die Verwaltung dafür lobt, dass diese ihrer Gehaltsarbeit nachgehend die Befehle der Ratsmehrheit ausführt und ganz brav innerhalb des Tellerrandes denkt. Da ist eine CDU, die es schon beim TOP „Istanbul-Konvention umsetzen – Gewalt gegen Frauen verhindern“ schafft, die Sprecherin der eigenen „Frauenunion“ nach ihrem Redebeitrag mit der männlichen Inbrunst dreier Parteikollegen physisch einzukesseln und verbal anzugehen, bis ein weiterer männlicher Parteikollege lauthals seine gewaltige Stimme durch den Saal schallen lässt. Diese CDU stellt sich hin und behauptet unter Betonung, dass dies ausdrücklich an die Bürger*innen gerichtet und daher für die Presse wichtig sei, vollkommen stumpf, wir seien mit dem Wagenplatz am Hunteburger Weg zerstritten und wollten daher dort nicht hinziehen. ?!?

Wir halten es an dieser Stelle für sehr wichtig, einige Fakten nochmal zum Mitschreiben (bzw. Herauskopieren) hervorzuheben, da bei vielen gewählten Selbstschönredner*innen offenbar nach wie vor der Parteibrei die Wahrnehmung verwischt:

  1. Der andere Wagenplatz in Osnabrück hat eine andere Geschichte als unsere WabOS. Jene Wagenburg hat ihr Zuhause nach städtischem Vollversagen vor vielen vielen Jahren glücklicherweise auf einem Privatgrundstück gefunden. Der dortige Pachtvertrag sieht eine begrenzte Bewohner*innenzahl vor. Und selbst wenn es diese vertragliche Begrenzung nicht gäbe, so ist auch die Bewohner*innenauslastung eines Bauwagenplatzes irgendwann erreicht, erst recht wenn dem ökologischen Anspruch Rechnung getragen werden soll, mit und nicht gegen die Natur zu leben. Ihr stopft ja auch nicht in ein Mehrparteienmietshaus mit 4 Wohnungen 8 Mietparteien. Daher: Nein, dort ist kein Platz für uns. Und in einem konventionellen Mietshaus würdet ihr die Mieter*innen auch nicht dazu zwingen, gefälligst zu den 4 Parteien im ebenfalls 4 Wohnungen aufweisenden, irgendwem anders gehörenden Mietshaus am anderen Ende der Stadt zu ziehen, weil ihr aus euren 4 Wohnungen 8 machen wollt und dort 8 Parteien einziehen sollen, die ihr einfach lieber mögt oder so. Und wenn ihr jetzt tatsächlich sagt, ihr würdet dies tun (denn wir leben ja im Kapitalismus und Privateigentum ist diesem das höchste Gut), dann fragt euch bitte, wie ihr euch fühlen würdet, wenn ihr zu irgendeiner der genannten 16 Mietparteien gehörtet. Und wenn ihr dann immer noch der Überzeugung seid, dass ihr euch als irgendeine der 16 betroffenen Mietparteien total gut damit fühlen würdet, dann möchten wir euch nahelegen, eure Mandate zur „Volksvertretung“ niederzulegen.
  2. Unser Pachtvertrag, der – „Verwaltung sei Dank!“ – „ordnungsgemäß“ zu Ende Juni diesen Jahres gekündigt wurde, bekam zunächst im Jahre 2002 eine Verlängerung um 5 Jahre. Anschließend wandelte er sich, wie im Falle von Pacht oft üblich, in einen sich jeweils jährlich verlängernden Vertrag. In dem Vertrag steht, bei der durch den WabOS e. V. nutzbaren Fläche handele es sich um ca.(!) 7.000 qm. Tatsächlich wissen wir und haben wir euch Parteivertretungen mehrfach gezeigt, dass jedoch wesentlich weniger Fläche von uns beansprucht wird. Stattdessen bietet sich weitläufig Raum für Vegetation, vielfältige Habitate und natürliche Prozesse. Der Boden ist komplett unversiegelt.
  3. Unser von der Stadt aufgesetzter Pachtvertrag hat unsere Bewohner*innenzahl seit jeher auf maximal 13 Personen in maximal 10 bewohnten Wagen begrenzt. Uns zum Vorwurf zu machen und gegen uns zu argumentieren, wir hätten pro Person 700 qm zur Verfügung, ist nach dieser eurer Festlegung vollkommen unhaltbar – erst recht unter Einbeziehung von Punkt 2.
  4. Die Zeiten, in denen wir jährlich 1.000 € Pacht bezahlten, sind schon länger vorbei. In den letzten Jahren betrug der Pachtzins ca. 1.200 € plus Gebühren für die Müllabfuhr. Wir haben uns nie über diese zu zehnt tatsächlich günstige Pacht beschwert. Was ihr jedoch dauernd überseht, ist, dass wir hier nicht für erschlossenes Land zahlen bzw. gezahlt haben, sondern auf nicht-erschlossenem Grünland leben. Das heißt, im Gegensatz zu Menschen, die in Häusern leben, haben wir keine Anschlüsse: kein fließendes Wasser, keine herkömmliche Kanalisation, kein 230V-Elektrizitätsnetz, kein Telefonnetz, kein festes Internet. Stattdessen haben wir Wege gefunden, sauber, gut und ökologisch zu leben, auch wenn dies beschwerlicher als der Geschirrspüler, die Waschmaschine, die Dauerlauf-Dusche, das Wegspül-WC, der Standby-Modus für Fernseher, Computer & Co. auf 230 V, der Heizstrahler, die Gasheizung, die Mikrowelle, der Elektroherd etc. pp. sein mag. Außer über einen fehlenden festen Internetzugang haben wir uns auch darüber nie beschwert. Im Gegenteil: Wir haben uns ausgesucht, so zu leben. Es ist und bleibt jedoch eine unverschämte Dreistigkeit, unsere Gegebenheiten mit denen eines er- und angeschlossenen Grundstücks in puncto Kosten gleichzusetzen. Auch wenn das die vorgefertigten Berechnungstabellen und -formulare nicht vorsehen: Unsere Lebensweise gibt es wirklich.
  5. Unser Pachtvertrag sah nie explizit vor, dass wir nur eine „Übergangsnutzung“ darstellen. Der einzige legitime Grund, bei dem die Verpächterin, also die Stadt Osnabrück, uns kündigen konnte, sofern wir uns immer dem Pachtvertrag entsprechend verhielten, was wir taten, war, wenn „das Grundstück für öffentliche Zwecke benötigt [würde], insbesondere den Ausbau der im geltenden Flächennutzungsplan ausgewiesenen Westumgehung.“ Aufmerksame Leser*innen bemerken hier, dass „öffentliche Zwecke“ ziemlich relativ sind; dass es eher diese hier festgelegt „öffentlichen Zwecke“ sind, die selbst die CDU dazu veranlassen, die Fläche der semi-kommunalen Semi-Wohngesellschaft zu überlassen anstatt sie im Höchstbietverfahren zu verhökern; dass allein diese Festlegung schon darauf hindeutet, dass eine Wohnbebauung eine westliche Umgehungsstraße nicht ausschließt (wie sich aktuell z. B. auch an weiterhin geöffneten Schranken am Finkenhügel zeigt).
  6. Gefolgt wird dieser „außerordentliche Kündigungsgrund“ im Pachtvertrag durch den Zusatz, dass die Stadt Osnabrück sich in diesem Fall bemühen wird, dem WabOS e. V. „ein geeignetes Ersatzgelände zur Verfügung zu stellen.“ Ihr Parteien dürft also getrost darauf verzichten, euch andauernd für eure „enorme Großzügigkeit“ selbst zu loben, dass ihr eure Verwaltung permanent drangsaliert, unter „immensem Aufwand“ nach einem Ersatzgrundstück zu suchen, wovon es aber auch mehr als „jetzt das, mehr nicht“ nicht geben soll. Die Stadt Osnabrück ist vertraglich dazu verpflichtet sich zu bemühen.
  7. Wir möchten hier nicht wie von der Verwaltung formuliert „unseren Traum vom alternativen Leben abseits der üblichen Vorstellungen leben.“ Für uns ist unser Leben Am Hirtenhaus seit 23 Jahren Realität.

Vor allem das Gejammer der „Grünen“, es tue ihnen weh als „Grüne“ Grün zuzubauen, aber es sei nun einmal notwendig, um die Westumgehung zu verhindern (wir sind uns sicher, dass sie mit einer Bebauung noch viel eher kommen wird als ohne), ist unerträglich und vollkommen unangebracht. Täte es ihnen „weh“, so würden sie niemals derartig bei der CDU (und in weniger wichtiger Rolle bei der SPD) herum schleimen, sondern ihren „Empfindungen“ durch entsprechende Worte und Taten Ausdruck verleihen. Auch ein Empfänger eines goldenen Ehrenringes im Wert von viel Geld als Entlohnung für 20 Jahre „Ehrenamt gegen Aufwandsentschädigung“ im Rat kann sich irren. Wir raten euch aufzuhören euch selbst zu verraten. Das Gemauschel eurer Partei trägt Mitschuld an so wunderbaren Dingen wie Atomkraft, Kohlestrom, Abschuss von Robben, Hartz IV, … Hier könntet ihr ein Mal etwas besser machen, euch ein Mal deutlich von euren rosaroten und grauschwarzen Herrschern befreien, ein Mal so richtig grün sein. Oder glaubt ihr denn, die Politik der CDU sei langfristig zukunftsfähig? Seht ihr die heute jungen Menschen in 50 Jahren dem Papst in einer Diesel-Limousine zujubeln? (Wir nicht.)

Uns geht es zur Zeit so scheiße, dass wir noch nicht einmal eine Presseanfrage vom Stadtblatt mehr wahrnehmen konnten. Wir fühlen uns zermürbt, kaputt, gedemütigt, sind bestürzt, traurig, wütend, verzweifelt, entwurzelt. Wir hängen im Nichts und stehen vor der nackten Zerstörung. Daran wird auch eine Wiese (noch dazu möglicherweise auf einer Müllkippe) in der Gartlage nichts ändern. Wir haben nicht nur wie alle anderen unseren Alltag aus Lohnarbeit und Persönlichem und noch dazu unter den Auswirkungen einer globalen Pandemie zu bewältigen. Unsere Existenz- und Zukunftsängste haben eine dritte – noch dazu völlig und einfach vermeidbare – Dimension, die das Entsetzen um der Natur halber, mit der wir seit 23 Jahren hier leben, einschließt.

CDU, SPD, Grüne (und die wie auch immer heißende, sich nicht sonderlich von dem Parteibrei abhebende Splitterfraktion), IHR SEID SCHULD.

Auch wenn ihr und dadurch „gezwungenermaßen“ die Presse es gerne verschweigt, sind eure Bebauungspläne noch nicht verabschiedet. „Im Sommer,“ so heißt es seit Neuestem, würden die Pläne ausgelegt. Ihr wisst ganz genau, dass es wieder Bürger*innenbeteiligungen geben muss. Ihr habt uns gekündigt, aber wir sind noch da. Eure Wahlen sind erst im September… und die Folgen eurer fehlgeleiteten Schlüsse aus der Kampagne für bezahlbaren Wohnraum haben nicht nur uns in Aufruhr versetzt. Es brodelt allerorten: im Schinkel, in der Gartlage, … Jüngst wurde auch am Kalkhügel wieder ein Projekt der Vernichtung ausgesetzt.

Noch bleibt euch Zeit, umzudenken, gen Mut zur Vielfalt – auch in der Weststadt und am Westerberg – umzulenken, euch zu ent-schuld-igen.

20. April 2021: SOS „Rettet die Wagenburg Osnabrück, unser Zuhause!“

An einem wunderschönen Frühlingsdienstag im zweiten globalen Pandemie-Jahr war es so weit: Der Rat der Stadt Osnabrück würde über das Anliegen Tausender Bürger*innen abstimmen, Menschen ihr Zuhause zu lassen, Tiere und Pflanzen nicht zu vertreiben bzw. nicht ins unwiderrufliche Jenseits zu befördern. Dem Anliegen der „Klimaneutralität“ würde die Stadt dabei einen großen Schritt näher rücken und sie würde Vielfalt fördern. Sie würde dadurch auch mehr und v. a. mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen, da sie all ihre Bürger*innen gleichsam achtete und schätzte.

Dabei hatte die Verwaltung der Stadt bereits all ihre Kraft daran gesetzt, das auszuführen, was im Eifer des stillen Gefechts im Kämmerlein von dem einen oder der anderen legislativen Vorgesetzten einmal gefallen sein mochte: Zerstörung solle her. So sah es die königlich angefertigte Vorlage zum Beschluss jedenfalls vor…

Nein, das war nicht lustig. Denn den „läppischen“ X-tausend Unterzeichnenden in analoger Sammlung und einer online-Petition ging es um das Zuhause von Menschen, von denen einige schon seit über 20 Jahren – ihr halbes Leben! – an dem idyllischen Ort im Westen der Stadt lebten. Es ging um Grün in der Stadt und ein lebenswertes Leben für Alle. Es ging darum, Gehör zu finden für Ideen dazu, mehr Menschen ein Zuhause zu ermöglichen ohne dabei die Achtsamkeit gegenüber Natur und Ressourcen, gegenüber Mitgeschöpfen und den Bedürfnissen aller Menschen zu verlieren…

Mitte März 2021: Parteibrei

Nach unserer Demo zum Erhalt unserer WabOS am Finkenhügel tagte am 09.03. ab 17 Uhr der Stadtrat in der Osnabrück-Halle. Wie immer gab es dort stundenlanges Schöngerede und gegenseitiges Anpatzen, was insgesamt und wie so oft wenig mit Diskussion, aber viel mit Selbstdarstellung einerseits und dem Durchwinken von längst hinter verschlossenen Türen gefallenen Beschlüssen andererseits zu tun hatte. Zunächst wurde knapp zwei Stunden unter Schweißausbrüchen nach einer Erklärung und nach Schuldigen dafür gesucht, dass eine Bank im Kapitalismus pleite geht. –

Für alles andere auf der Tagesordnung blieb dann – wie so oft – kaum oder gar keine Zeit. Es ist der gewählten Mehrheit beispielsweise schnurzpiepe, wenn Menschen, ganz gleich welche Jahreszeit herrscht, Strom, Gas und Wasser abgedreht werden, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen, ihr Recht auf Grundversorgung zu kaufen. Ein Antrag der Linken, diesen Missstand zu beheben, wie es in anderen Kommunen wie Bremen längst geschehen ist, wurde unter Rufen, „das sei Sozialismus,“ schnell von der Agenda der „Friedensstadt“ weggekillert.

Geflüchtete mag die „Friedensstadt“ immer noch nicht aufnehmen. Ein entsprechender Antrag der FDP, unterstützt durch die wenigen im Rat, denen ohnehin oft das Recht auf Rede mit mitschwingendem Verweis auf Mehrheitsabstimmung direkt oder indirekt verwehrt wird, wurde von dem bräunlichen Parteibrei aus CDU, SPD und „Grün“ (sucht euch zu letzterer Zuckerkulör etwas aus zwischen Uran-Neon- und Bundeswehr-Dunkel-) zu einem weiteren wegkillerbaren Tintenklecks heruntergeredet. Es wäre ja auch zu viel verlangt, Menschenrechte mal über die eigene Machtpolitik zu stellen bzw. freundlichen Worten die richtigen Taten folgen zu lassen bzw. rassistische Ideologien aus dem Rat zu verbannen (ein Wink an die CDU und ihren „Wortbeitrag“).

So erging es dann auch dem Tagesordnungspunkt „Änderung des Handlungsprogramms bezahlbarer Wohnraum“ nicht anders, der ohnehin – wie auch nachträglich der Punkt zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen – ans Ende der Liste gesetzt worden war. (Hauptsache, die Lokalpresse bekommt ausreichend Futter zum „Frieden mit den Banken“.) Änderungsanträge zu der Änderung der Änderung gab es gleich mehrere, wie hier z. B. in einer vorhergehenden Pressemitteilung der Linken ersichtlich ist. Darin gefordert worden war, unterstützt von Piraten und UWG, unter anderem eine Anhebung der Quote von bezahlbarem Wohnraum auf 50 %, die Berücksichtigung barrierefreien Wohnens, die Senkung des Erbpachtzinses auf 1 %, und dass, wie es im Bündnis für bezahlbaren Wohnraum verabredet worden war, keine bestehenden Projekte (ergo, auch unsere WabOS) durch die Pseudo-Wohnungsgesellschaft, die Stadtwerke-Tochter WiO („Wohnen in Osnabrück“), verdrängt werden dürften.

Binnen 2 Minuten wurden knapp nach 22 Uhr die Änderungen zu den Änderungen und (unter Gegenstimmen der Linken und Enthaltungen der FDP, Piraten und UWG) die Änderung selbst explosionsartig unter weiteren „Das sei ja Sozialismus!“-Rufen über die Tische gewedelt und am Ende stand wieder WiO drauf, wo Höchstpreise drin sind. Friedensstempel auf das Wort „Leuchtturmprojekte“, fertig.

Schön, dass der Rat sich so ausführlich mit einem der größten Anliegen der Bürger*innen der Stadt aus der jüngsten Zeit beschäftigt. Transparenz? „Wozu?“, fragt sich das gewählte Ratsmitglied und klopft sich auf die Schulter, weil die Sitzung um 22.15 Uhr beendet werden konnte: für einige Wenige fröhlicher Feierabend, für viele Andere Verdrängung, Vertreibung, Trauer, Angst, Verzweiflung.

Und jetzt? Wird von uns ernsthaft erwartet, dass wir die Kündigung unseres Pachtvertrages Ende März und die Rodung nicht nur unserer, sondern aller Flächen am Finkenhügel dieses Jahr einfach abwarten?

Erwarten die Grünen ernsthaft, dass wir ihnen glauben, eine Schlachtung sei ein großes „Glück“, nur weil sie in Osnabrück stattfindet? Erwartet die SPD ernsthaft, dass, wenn sie „Krankenschwester“ auf ihr Programm schreibt, die Vertreibung von Pflegepersonal, Handwerker*innen, Arbeiter*innen, Arbeitslosen, … – von Menschen – irgendwie gerechtfertigt werden kann?

Wird ernsthaft von uns erwartet, dass wir jenen Politnix still und nett Folge leisten, welche gerade noch auf eben derselben Sitzung die Förderung des Hochschulforschungsprojektes „Grüne Finger“ beschlossen und in demselben Atemzug bei der Bürgi-Frage- (wohlgemerkt, keine Diskussions-!) halben Stunde betont haben, für das Abwarten der Ergebnisse jener Studien hätten sie keine Zeit?!?

Wir sind nicht so bescheuert, fastend die Zeit abzusitzen und auf Henker und Schafott zu warten. @StadtOsnabrück, das könnt ihr euch abschminken!

Erstmal los zum #Klimastreik: 19.03., ab 10.30 h, Theatervorplatz a.k.a. Platz zur Sorge.

9. März 2021: Viele und laut!

Wow! Ihr seid mega! <3

Die Demo für den Erhalt unserer Wagenburg am Finkenhügel war gigantisch! Trotz Pandemie, trotz Kälte und Nässe, trotz kurzfristigem Aufruf und trotz für viele ungünstigem Wochentag und ungünstiger Uhrzeit haben wir es auf 200 Leute von nah und fern und mit bunten fetten Karren gar quer aus der Republik gebracht! Wir möchten allen, die dabei waren, dafür ein großes DANKE schicken! Wir vergessen aber auch all jene viele nicht, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht vor Ort sein konnten, uns aber immer wieder durch ihre Gedanken, Gesten und das Teilen von Inhalten unterstützen!

Hier könnt ihr nochmal unseren langen Redebeitrag lesen. Außerdem geht’s hier zum Redebeitrag von LiKOS, und hier findet ihr den Redebeitrag bzw. die Soli-Erklärung des selbstverwalteten Zentrums SubstAnZ.

Schaut mal:

Einen Bericht und ein paar Fotos aus dem Lokalblatt gibt es hier.

Und auch die Hasenpost und osna-live hatten im Vorhinein berichtet.

5. März 2021: attac

Wir freuen uns über die Soli-Erklärung der Ortsgruppe von attac!

„Für den Erhalt der Wagenburg an ihrem jetzigen Standort Am Hirtenhaus / Finkenhügel! – Attac Osnabrück unterstützt die geplante Demonstration, am 9. März ab 14 Uhr (Treffpunkt 13:30), WabOS.

Zwar begrüßen wir Ankündigungen der Stadt, sich mit der WabOS einvernehmlich einigen zu wollen und die Erkenntnis, dass ein solches Wohnprojekt in der Stadt einen Platz haben soll und diese bereichert. Den von der Stadt geplanten Standortwechsel lehnen wir aber ab, denn der jetzige Standort ist mit dem Bau von weiteren Wohnungen am Finkenhügel vereinbar. Er soll als naturnahe Wohnform ohne Bodenversiegelung dort erhalten bleiben. Wir unterstützen das Anliegen der WabOS, dass sich die Stadt ihrem Wunsch nach Aufnahme weiterer Bewohner*innen auf dem genutzten Grundstück nicht verschließt.

Außerdem: Die gesamten weiteren Flächen am Finkenhügel sollten ausschließlich der neuen Wohnungsgesellschaft WIO zur Erstellung von bezahlbarem Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. In der Vergangenheit wurden von der Stadt immer wieder Baugebiete ausgewiesen und dabei die dringend notwendige dauerhafte Errichtung von qualitativ gutem Wohnraum, der für alle Menschen, insbesondere auch jene mit geringeren Einkommen, bezahlbar bleibt, vernachlässigt. Dies führte letztlich auch zum Bürgerentscheid vom Mai 2019, in dem fast 80% der Wähler*innen eine neue kommunale Wohnungsgesellschaft durchgesetzt haben und die zu Recht erwarten, dass nun endlich ausreichend bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.

Wir kritisieren die Planungen, einen Teil der Fläche für weitere Ein- und Zweifamilienhäuser zu nutzen sowie die dafür vorgesehene Vermarktung dieser Grundstücke zum Höchstpreis. Sämtliche Grundstücke, die sich im Eigentum unserer Stadt befinden, sollen grundsätzlich in kommunaler Hand bleiben. Für eine nachhaltige sozialpolitisch orientierte Wohnungspolitik ist es enorm wichtig, dass die Stadt Osnabrück ihren Grund und Boden in eigener Hand behält bzw. möglichst weitere Grundstücke erwirbt. Nur dadurch kann einer Überteuerung der Grundstückspreise effektiv entgegengewirkt und eine auf das Gemeinwohl ausgerichtete Stadtplanung umgesetzt werden.“

4. März 2021: Wir sind über 9000 Menschen!

Am Donnerstag, den 04.03.2021, tagte im Rathaus der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Wie angekündigt haben wir die Sitzung drinnen und vor allem draußen kritisch und laut begleitet, um unseren Protest gegen die Kündigung unseres Pachtvertrages kundzutun.

Im Vorfeld überreichten wir Stadtbaurat Frank Otte einen weiteren Stapel von Unterschriften von Menschen, die mit uns zusammen den Fortbestand unserer Wagenburg am Finkenhügel, genauer an der Straße Am Hirtenhaus, fordern. Vor einigen Jahren hatten wir Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bereits 7700 Unterschriften übergeben, wovon 1154 manuell gesammelt worden waren. Die übrigen kommen seither über unsere online-Petition zustande, die weiterlaufen wird, bis unser Verbleib Am Hirtenhaus gesichert ist!

Mit Stand vom 01. März 2021 waren insgesamt bereits 9457 Unterschriften für den Verbleib der WabOS Am Hirtenhaus zusammengekommen, wovon wir die seit Ende 2016 hinzugekommenen der Stadt, repräsentiert durch Stadtbaurat Frank Otte, übergaben.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei unseren Unterstützer*innen und Freund*innen bedanken, die schon so lange und erst recht in den vergangenen harten Jahren für uns da sind, sich digital oder vor Ort für unseren selbstverwalteten Freiraum und die Habitate Am Hirtenhaus einsetzen. Wir würden gerne zeitnah mal so richtig mit euch zusammen feiern! Bis dahin lasst uns zusammen noch etwas durchhalten und weiterkämpfen – gegen Gentrifizierung, für selbstverwaltete Freiräume, für Natur und Klima, für wirklich bezahlbaren Wohnraum und für Gemeinschaft! #WabOSbleibt!

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt wurde übrigens trotz des Versuchens des Erklärens durch Herrn Otte die „Mitteilung zur Kenntnisnahme“ der Stadtverwaltung, welche den angeblichen Stand der Dinge zu den Bebauungsplänen am Finkenhügel kundtut und somit die Kündigung unseres Pachtvertrages Ende März, ergo unsere Vertreibung, die Rodung von Bäumen, Sträuchern und Kräutern und die Vertreibung der Fauna noch dieses Jahr einschließt, wieder nur mehr oder weniger über den Tisch gewedelt. Ein Antrag der FDP-Fraktion, dass eine tatsächlich einvernehmliche Lösung mit uns gefunden werden muss, bevor weiter geplant und gemacht wird, wurde nur von FDP, Linken und Unabhängigen (bzw. Piraten) befürwortet. Die Grünen enthielten sich anstatt CDU und SPD die Macht der Mehrheit zu entreißen und schossen ihre grüne Fassade damit mal wieder ins Aus.

Erwähnenswert ist, dass die Fraktionen auf der Sitzung einstimmig den Fortlauf der Förderung des und die Kooperation mit dem angewandten Forschungsprojekt „Grüne Finger in Osnabrück“ befürworteten. Der von der Hochschule Osnabrück in der Sitzung vertretene Projektleiter, Hubertus von Dressler, mahnte im Anschluss an seinen Projektbericht, dass es nicht im Sinne des Projektes sei, eine Alibifunktion zu übernehmen. Es sei nicht zielführend, das Projekt zu fördern und zugleich blindlings einzelne Bebauungspläne ohne vorherige, besonnene Schaffung eines Gesamtkonzepts durchzudrücken.

Im Lokalblatt wurde derweil von Unterschriftenübergabe und Protest berichtet.

4. März 2021: Wir wollen bleiben!

Das Lokalblatt noz berichtet im Vorfeld der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt über unser inzwischen seit 23 Jahren am Finkenhügel bestehendes gemeinschaftliches Wohnprojekt und die akute Bedrohung unserer Existenz. Lest selbst:

…oder hier als pdf.

Februar/März 2021: Neubau, Neubau über alles?!?

Osnabrücks regierende Parteienlandschaft hat da was mit der Schaffung bezahlbaren Wohnraums nicht ganz verstanden, wie es scheint (siehe dazu auch z. B. diesen Lesibrief oder auch diese beiden an das Lokalblatt). Es wird so getan, als ob quadratisch-praktisch-hässliche Neubauten (und Autobahnen) wie Bauklötze auf einem unbelebten Spielteppich bedenkenlos neben- und aufeinandergestapelt werden könnten, ohne dass dies in irgendeiner Weise irgendwen stören könnte: Menschen, Tiere, Pflanzen, Habitate, landwirtschaftliche und Erholungsflächen, das lokale und globale Klima. Ihrer Logik zufolge reichen minimale „Kompensationsmaßnahmen“ am Rande des Beton-Teppichs völlig aus, da dieser schließlich durch einen (de facto bis dato inexistenten) „Masterplan“ zementiert wird. In Ruhe über ein Gesamtkonzept der Stadtentwicklung nachzudenken und die Interessen der Bürger*innen in gleichberechtigter Diskussion miteinzubeziehen, so etwa die Meinungen von Anwohner*innen und VfL-Fans zum „Leistungs- und Nachwuchszentrum“ für den VfL Osnabrück in Gartlager Wald und Flur, wäre vor den Kommunalwahlen im September dieses Jahres ja auch völlig unzumutbar. Das hat der Umgang mit jenen, die eine kommunale Wohnungsgesellschaft aktiv forderten, schon verdeutlicht.

In den Bauklötzen sollen dann jedoch Menschen leben. Und wenn es nach der CDU geht, dann „sollen vor allem Familien mit minderjährigen Kindern ZUZIEHEN“ (Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 04.03.2021) und unter Jubelrufen von SPD und Grünen in diesen „Geschosswohnungsbauten“ durchgeplant ihr Dasein fristen. Gut in dieses vor lauter Monotonie zum „Frieden“ gezwungene Bild passt übrigens auch der für Osnabrücks zentrales Element Schlossgarten geplante Kinderkäfig, neben dem dann nur noch ein Werbeplakat für den Zoo fehlt.

In der lokal grassierenden Bebauungsepidemie geht es nicht um ein Ob, sondern lediglich um ein Wer. Gefragt wurde die Öffentlichkeit vorher, manchmal, pro forma, die Antworten allerdings ignoriert. Sogar wenn das Bauamt selbst Bedenken hegt und Klagen und somit ggf. später ohnehin wieder Abriss drohen (siehe dazu exemplarisch z. B. diese Artikel aus dem Lokalblatt), wird rücksichtslos weiter aus verschlossenen Räumen heraus mit Bauklötzen geschossen, als gäbe es kein Morgen.

Die CDU schreibt sich lang bestehende Forderungen Anderer als „ihre Ideen“ auf die Fahne. Die Grünen behaupten allen Ernstes, durch ein Energie-Eigenversorgungskonzept seien Beton-Bauklötze auf dann ehemals naturnaher Flur „klimaneutral“. Und die SPD ist ganz aus dem Eigenhäuschen, dass Osnabrück nun endlich mehr „Geschoss“ bekommt – nicht in sowjetischem Grau und sowjetisch bezahlbar, sondern in modern-westdeutschem Hellbraun und nicht wirklich bezahlbar. Sowjetisch ist an dem Vorgehen aller drei Parteien jedoch, dass Individuen und unliebsame Meinungen unter den Bauteppich gekehrt werden – im Schinkel, in der Gartlage und auch bei uns am Finkenhügel.

Rettet die WabOS!

Das Leben könnte so schön sein…, wenn nicht:

Obwohl wir seit nunmehr 21 Jahren hier leben, plant die Stadt Osnabrück unser Zuhause als Bauland auszuschreiben. Schon 2014 schwebte über uns die (Un-) Möglichkeit einer Verdrängung im Zuge der ehemals geplanten Westumgehungsstraße. Jetzt erscheint die Bedrohungslage in einem anderen Licht: War die Westumgehung ein politisch stark umstrittenes Thema, sind sich die Parteien in puncto Bauland offenbar einig – denn mehr Wohnraum soll her. Dabei wird übersehen, dass wir bereits bezahlbaren (!) Wohnraum darstellen und es auch in dieser Stadt leerstehende Wohnungen gibt. Somit wird klar, dass kein sozialer Anspruch hinter dem Vorhaben steckt, sondern allgemein hohe Grundstückspreise in diesem Stadtteil locken. Die eigens erschaffenen Zwänge der Stadtpolitik, stetigen Zuzug zu generieren um Geld in die Kassen zu spülen, zielt eben nicht darauf ab, dass alle Bewohner*innen ein Dach über dem Kopf haben. Diese Art von Politik, die nur auf Kapitalverwertung abzielt, macht uns faktisch zu Bürger*innen zweiter Klasse und zeigt, dass für Subkulturen immer weniger Raum bleibt.

Die Fläche, die im Gespräch ist, bietet in Form ehemaliger Hausgärten, Streuobstwiese und Grünland ein natürliches Habitat für Tiere, Pflanzen und Menschen. Unser Wagenplatz fügt sich hervorragend in das Gelände ein ohne diese Lebensräume zu gefährden. Der stetigen Vernichtung von ökologischen Nischen und der fortlaufenden Umweltzerstörung gilt es neue Ideen entgegenzuhalten, die auch Fragestellungen nach neuen Wohn- und Lebensformen wie der unseren aufwerfen sollten.

Wir wollen weiterhin an diesem schönen Platz bleiben und werden für den Erhalt der Fläche kämpfen. Helfen könnt ihr uns, indem ihr eure Unterschrift für uns abgebt und der Stadt Osnabrück bzw. den Politiker*innen eurer Wahl erzählt, was ihr von dem geplanten Bauvorhaben haltet.

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Wenn ihr (außer den gelegentlichen Petitions-updates) unseren unregelmäßigen newsletter erhalten möchtet, sendet einfach eine Mail an:

wabos_newsletter-subscribe’at’lists.riseup.net

Ansonsten schaut doch öfter mal unter den Neuigkeiten, was so los ist. Und ältere – aber nicht weniger relevante oder aktuelle – Infos findet ihr in unserem Archiv! Gerne könnt ihr auch einfach Kontakt mit uns aufnehmen.

WabOS ?!

Nein. #wabos ist nicht etwa das Akronym für „what a bunch of shit“

#wabos = #WagenburgOsnabrück

sozial · ökologisch · kulturell

Wir, die WabOS (Wagenburg Osnabrück), sind ein alternatives Gemeinschaftsprojekt, das seit 1997 Am Hirtenhaus (Finkenhügel) existiert. Wir sind (+/-) 10* Menschen verschiedener Altersstufen, die in ihren selbst (aus-) gebauten Bauwagen mitten im Grünen leben. Unser Wagenplatz fügt sich hervorragend in das Gelände ein ohne Natur und Lebensräume zu gefährden.

Hier probieren wir eine andere Form des Zusammenlebens aus, ohne soziale Isolation und Vereinzelung, wie sie in der heutigen Gesellschaft – auch aufgrund der Wohnverhältnisse – um sich greifen. Veranstaltungen und Partys werden gemeinsam organisiert und Entscheidungen nach dem Konsensprinzip getroffen. Jede Stimme zählt in einem Miteinander, das jede*n einbezieht.

Das Grundstück ist durch unseren Verein WabOS e. V. von der Stadt Osnabrück gepachtet. Es ist nicht erschlossen, was bedeutet, dass wir unseren eigenen Solarstrom produzieren und vorhandenes Regenwasser nutzen bzw. das wenige benötigte Trinkwasser von außen beziehen.

foto1Wir setzen uns nicht nur für den Fortbestand unseres eigenen Projektes ein, sondern für Wagenplätze und andere alternative Lebensweisen überall.

* Dass wir „nur“ (+/-) 10 Menschen sind liegt, nebenbei bemerkt, nicht an uns oder mangelndem Interesse, sondern an den Restriktionen unseres Pachtvertrages. Ganz im Gegenteil machen wir immer wieder die traurige Erfahrung, anfragende potentielle neue Mitbewohner*innen aufgrund der Pachtverhältnisse fortschicken zu müssen. Daher rührt auch unser Initiativantrag beim Stadtrat auf Vergrößerung unseres Platzes und der erlaubten Bewohner*innenzahl.

Wir positionieren uns klar gegen jegliche Form von Diskriminierungen wie Rassismus, Ageismus, Sexismus und Homophobie. Ebenso haben nationalistisches und / oder antisemitisches Gedankengut und andere faschistische Ideologien bei uns – und überhaupt auf der Welt – nix zu suchen!

…und Speziesismus ist auch kacke.

 

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Für mehr Wagenplätze!

Wagenburgen gibt es wohl schon so lange wie es rollende Fahrzeuge gibt. Belegt sind sie seit der Antike, wobei die ursprünglich kreis- oder wallförmige Siedlungsform in den unterschiedlichsten Kulturen und über mehrere Kontinente hinweg seit jeher beliebt war. Nicht nur dienten „Burgen“ aus Wagen dem Schutz und der Verteidigung. In den allgemein stark zurückgehenden nomadischen und wandernden Kulturen waren und sind sie seit jeher der allgemeine Wohnsitz. (Bei Interesse werft doch zum Beispiel mal einen Blick auf den wikipedia-Artikel dazu.)

Wagenplätze beziehungsweise das Wohnen auf Rädern haben sich auch in Zeiten von Notstand bewährt, zum Beispiel für Kriegsflüchtlinge oder unter Umständen großer Armut. – Doch was sinnvoll und positiv erscheint wird bekanntlich allzu oft von bürokratischen Repressionsorganen versucht zu Nichte zu machen…

…zum Glück nicht immer mit Erfolg: Die Lebensform „Wagenplatz“ hat auch die BRD-Jahrzehnte bislang irgendwie überstanden. Trotz ständiger Vertreibungen und Verdrängungen der als Minderheit zu betrachtenden Menschen, die diesen oft als „alternativ“ kategorisierten Lebensstil frei für sich wählen, haben es viele Wagenplätze inzwischen geschafft, sich über kommunalpolitische Hürden hinweg zu etablieren – teils wirklich „safe“, teils allen politischen Widrigkeiten zum Trotz irgendwie da geblieben.

Dass es in puncto selbstverwaltete Freiräume der Lebensform Wagen kein ruhiges Hinterland gibt, hat wohl spätestens mit der Zerstörung der Bambule in Hamburg auch der*die letzte BILD-Leser*in verstanden. War dann nicht mehr so schillig, in der Hansestadt…

WIR FREIRÄUME HALTEN ZUSAMMEN!

Auch in Osnabrück gibt es neben unserer WabOs seit Jahrzehnten weitere Wagenplätze beziehungsweise Bestrebungen nach mehr. Nicht nur für uns selbst fordern wir durch unseren Initiativantrag beim Stadtrat eine räumliche Vergrößerung unseres Platzes, einhergehend mit der Erhöhung der erlaubten Bewohner*innenzahl.

Erwachsen damals noch im Zusammenhang mit der Forderung nach einem autonomen Zentrum (heute das SubstAnZ) wurde der bald darauf gegründete Verein Wagen wagen e. V. von der Stadt (unter den absurdesten Vorwänden) jahrelang durch die Gegend geschubst… und schließlich gänzlich seiner geologischen Grundlage beraubt. Nach einigen Querelen konnte der Wagen-wagen-Wagenplatz jedoch auf einem großen und wunderschönen Grundstück von echt coolen Privatleuten zu fairen Bedingungen unterkommen. So weit, so safe.

Ein bitteres Ende wurde durch kommunalpolitische Unfähigkeiten dem Wagen- und Wohnprojekt Grüne Gräser bereitet, die nach einem prima Start (2010), gefolgt von nervigem Hickhack in Bramsche (Landkreis Osnabrück), bei der ollen „Friedensstadt“ Osnabrück damals (2012) leider nur auf taube Ohren gestoßen sind…

Der Bedarf nach weiterem Raum für Wagenleben ist auch in unserer Ha(n)sestadt erfahrungsgemäß nach wie vor enorm!

FÜR MEHR WAGENPLÄTZE!

Außerhalb unserer provinziellen Großstadt ist aktuell der Wagenplatz Wem gehört die Welt in Köln von Gentrifizierung und Räumung bedroht – obwohl allein online über 13.000 Menschen für den Erhalt unterschrieben haben.

Für den ebenfalls Räumungs-bedrohten Bauwagenplatz Duisburg Homberg könnt und sollt ihr weiterhin auch online unterschreiben!

Auch unseren Genoss*innen aus der Braunschweiger Nordstadt scheinen die lokalen Behörden bald an den Wagen-Kragen gehen zu wollen. Wir solidarisieren uns selbstverständlich auch mit dem Platz dort und werden versuchen euch dazu auf dem Laufenden zu halten.

Inzwischen haben mehrere Wagenplätze den Schritt ins digitale Zeitalter gewagt, darunter z. B. die guten alten Schattenparker in Freiburg, die Wagengruppe Treibstoff in Wien, die endlich einen festen Platz JETZT UND FÜR IMMER braucht, diverse Plätze an diversen Orten wie Hamburg, Berlin, Würzburg, … Ihr kennt ja das Internetz und die (a)social media: Wer*wsie suchet, der*die findet.

Auf der Seite wohnhaft.de findet ihr außerdem Interessantes und Nützliches rund ums Wagenleben.

Gekommen um zu bleiben!!!

– Das Soli-Logo „Für mehr Wagenplätze“ schicken wir euch auf Anfrage gerne als .xcf für die freie Gestaltung (Siebdruck, Aufkleber, Plakate,…) –

politix@Oznabrooklyn

Im Folgenden findet ihr Links zu einigen Gruppen, die die Welt in Osnabrück – und weit darüber hinaus – sozialer, ökologischer und bunter machen wollen. Wir haben hier eine vielfältiges Sammelsurium zusammengestellt, unabhängig vom Grad der Radikalität der Gruppierungen. Klickt euch durch, informiert euch, schaut dort vorbei – egal wo, macht was!!!

abseits – Osnabrücker Straßenzeitung

adfc – lokale Kreis-Gruppe des Allgemeinen Fahrradclubs für Stadt und Land Osnabrück

Aktionszentrum Dritte Welt – u. a. Eine-Welt-Laden Osnabrück

Albert-Schweitzer-Stiftung – Ortsgruppe für unsere Mitwelt

Amnesty International – (nicht nur) Hochschulgruppe Osnabrück

Anti-Atom-Gruppe Osnabrück – Für den Atomausstieg!!!

attac – Ortsgruppe Osnabrück

avanti! – Verein zur politischen, kulturellen und sozialen Bildung sowie der internationalen Begegnung

BEPO – Bürgerinitiative zum Erhalt und zur Pflege des westlichen Naherholungsgebietes Osnabrück e. V.

Bezahlbarer Wohnraum – Kampagne eines breiten Bündnisses in Osnabrück mit diversen Forderungen und Ansätzen zum fundamentalen Thema Wohnen

BUND – Friends of the Earth Ortsgruppe Osnabrück, eine Jugend-Gruppe gibt es auch!

Café Résistance – Offener antifaschistischer Treff Osnabrück

CSA-Hof Pente – community supported agriculture bei Osnabrück

Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge / Hilfe für Geflüchtete

Flüchtlingshilfe Rosenplatz – Praktische Hilfe für Solidarität und gegen Ausgrenzung im Viertel um den Rosenplatz

Freie Schule Osnabrück – Alternative Grundschule in der Stadt

FreiZeit für Flüchtlingskinder – praktische Hilfe in und um Osnabrück

Greenpeace – Ortsgruppe Osnabrück, eine Jugend-AG gibt es auch!

Hanffreunde Osnabrück – Für die Legalisierung von Cannabis

Initiative für Tierrechte Osnabrück – Veganismus und Tierrechte (nicht nur für Studierende)

jako – Jugendantifa Kreis Osnabrück

Kalkhügel-Garten – Natur & Gärtnern erlebbar machen

Kleine Strolche – Linke Hochschulgruppe (Uni Osnabrück)

Lega S Jugendhilfe – Therapie & Umweltbildung Nackte Mühle

LiKOS – Libertäre Kommunist*innen Osnabrück

NABU – Gruppe des Naturschutzbunds

Naturnaher Schinkel – Bürger*inneninitiative im Stadtteil Schinkel

No Lager – Antirassistische Gruppe Osnabrück

Osnabrück alternativ – Linker Terminkalender

Osnabrücker Weltacker e. V. – Was bedeuten 2000 qm/Person? – Garten- und globale Umweltpädagogik zum Anfassen

Riot Shocker Crew – Fan-Gemeinschaft für das 2. Team des Rollstuhl-Sport-Clubs (RSC) Osnabrück

Rote Hilfe – Ortsgruppe Osnabrück

Solarenergieverein Osnabrück e. V. – Beratung für friedliche und umweltfreundliche Energien

Solidarity City Osnabrück – Netzwerk für eine solidarische Friedensstadt, auch wir als WabOS sind dabei.

Stadtbahn-Initiative Osnabrück – Für die Wiedereinführung einer Stadtbahn in Osnabrück

SubstAnZ – Selbstverwaltetes Zentrum Osnabrück

Umweltforum Osnabrücker Land e. V. – Dachverband der Natur- und Umweltschutzvereine in Stadt und Landkreis Osnabrück

Untergrund Osnabrück – Osnabrücker Luftschutzbunkern auf der Spur: Gegen das Vergessen!

Viele weitere Gruppen und Aktionen findet ihr auf den Seiten des alternativen Terminkalenders Osnabrück.

Wenn ihr das doofe Gesichtsbuch nutzt, könnt ihr auf einige andere Gruppen zugreifen, wie z. B. den Verein „Osnabrücker Baumschutz“, die Feministische Antifa (FAntifa), weitere fem-Gruppen, etc., oder auch das Bündnis EPOS (Emanzipatorische Politik Osnabrück), in dem auch wir als WabOS Mitglied sind. Wenn ihr Fußball und Subkultur verbinden möchtet, dann sucht doch mal nach der „Brigade Nord 1516“, einer Fangemeinschaft des VfL Osnabrück der ganz besonderen Art. Hinweisen möchten wir euch dringend auch auf die SOLWODI-Sisters Osnabrück, eine lokale Bündnis-Gruppe aus SOLWODI (solidarity with women in distress) und SISTERS e. V.: Gemeinsam gegen Prostitution und Menschenhandel. (Kontakt zur Ortsgruppe: solwodi-sisters’at’riseup.net).

Viele der Gruppen werden auch auf den Seiten des SubstAnZ vorgestellt. Eine unvollständige Liste (studentischer) Initiativen findet ihr beim StuRa (Studierendenrat der Uni) oder fragt einfach beim AStA der Uni bzw. beim AStA der Hochschule nach. Im Uni-AStA findet ihr auch die drei autonomen Referate für ausländische Studierende, für Schwule* und für Lesben* und anderen Frauen*.

Ansonsten gibt es noch das empfehlenswerte Café Mano Negra (Alte Münze 12, gegenüber vom Uni-AStA), in dem ihr – am besten mittwochs und eventuell freitags nach der Mensa so ab 14 oder 15 Uhr – viel radikalen Lesestoff und Heißgetränke, einen Infoladen und nette Menschen zum Quatschen findet.

P. S.: Haben wir eure coole Gruppe in Stadt oder Landkreis Osnabrück hier bislang nicht erwähnt??? Das geht gar nicht! Also, mailt uns einfach an: wabos’at’riseup.net

P. P. S.: Nach den bekannten Paragrafen aus dem Dschungel haften wir nicht für die Inhalte der bei uns verlinkten websites!

P. P. P. S.: Und auch an dieser Stelle nochmal der Hinweis, dass das Thema Datenschutz für uns sehr wichtig ist und wir keinen Schabernack mit euren Besuchen auf unserer Seite, euren Mails an uns und persönlichen Infos treiben. Trotzdem und immer: Checkt eure Browser wegen der Cookie-Einstellungen, nutzt alternative, sichere Anbieter*innen für apps, software, e-mail clients, chat-Programme auf smartphones, tablets, PCs … für die vielfältigen Möglichkeiten, die das worldwide web uns beschert. Und: Rockt eure Rechner mit Linux und blättert doch mal in den Publikationen des Chaos Computer Club!

Kontakt & Impressum

WabOs – Wagenburg Osnabrück – WabOS e. V.

seit 21 Jahren – und bitte für immer!!!
Am Hirtenhaus 5, 49078 Osnabrück

mail: (PGP-Schlüssel)

Zum Abonnieren unseres newsletters sendet einfach eine Mail an: wabos_newsletter-subscribe’at’lists.riseup.net

Unser wunderschöner Platz befindet sich im Westen der Stadt auf dem Finkenhügel, ganz in der Nähe des Klinikums. Mit Bus nehmt ihr eine der Linien R31, 31, 32 oder 33. Die Haltestelle heißt Lotter Kirchweg. Und dann müsst ihr nur noch schräg hinter die Hochhäuser etwas bergauf laufen (die Straße heißt da erst Mozartstraße, aber oben ab der Kurve Am Hirtenhaus) – und ihr seid da!

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Hinweis: Das Thema Datenschutz ist für uns sehr wichtig und wir treiben keinen Schabernack mit euren Besuchen auf unserer Seite, euren Mails an uns und persönlichen Infos. Trotzdem und immer: Checkt eure Browser wegen der Cookie-Einstellungen, nutzt alternative, sichere Anbieter*innen für apps, software, e-mail clients, chat-Programme auf smartphones, tablets, PCs … für die vielfältigen Möglichkeiten, die das worldwide web uns beschert. Und: Rockt eure Rechner mit Linux und blättert doch mal in den Publikationen des Chaos Computer Club!