Juni 2018: Bäume sind Freund*innen

Vor 17 Jahren wurde in Osnabrück die Baumschutzsatzung abgeschafft. Das hat zur Folge, dass sogar auch besonders alte und ökologisch wichtige Bäume – so wichtig für Klima, physisches und psychisches Wohlbefinden – in der Stadt viel einfacher beschnitten und gefällt werden können. Das ist – gelinde ausgedrückt – Mumpitz!

Der gemeinnützige Verein „Osnabrücker Baumschutz e. V.“ hat nun eine online-Petition an den Stadtrat gestartet um Stimmen für die Wiedereinführung einer solchen Baumschutzsatzung zu sammeln.

Bäume sind unsere Freund*innen, sowohl bei uns auf dem baumreichen Wagenplatz als auch überall anderswo: Sie spenden uns Schatten, reinigen unsere Luft, bieten vielen tollen und wichtigen Lebewesen Habitat und sehen obendrein auch noch schön aus. Und sie können uns – teils jahrhundertealte – Geschichten erzählen!

Es gibt tausend gute Gründe, einen Baum NICHT zu fällen!!! Wir als WabOS unterstützen darum die Forderung nach Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung. Und wir, d. h. eigentlich am meisten die Bäume in der Stadt und ihre Bewohner*innen selbst, würden uns bzw. sich sehr freuen, wenn ihr die Petition auch unterzeichnetet!

27. Oktober 2017: WabOS als „Das Gegenteil von Grau“ im Rahmen der Kritischen Ersti-Wochen 2017

Wie schon im letzten Jahr sind auch in diesem Kritische Ersti-Wochen von der Hochschulgruppe Kleine Strolche initiiert worden. Sie finden statt vom 23.10. bis zum 06.11. und bieten ein buntes, aber vor allem gesellschaftskritisches Programm, welches sich zwar vor allem an Neuankommende in Osnabrück (Studierende und Nicht-Studierende) richtet, aber auch für Alteingesessene durch Vorträge, workshops und Beisammensein interessante und wichtige Blicke über den alltäglichen Tellerrand hinaus ermöglicht und diverse Initiativen vorstellt. (Hier geht es direkt zur Programm-Broschüre.)

Wir als WabOS sind nach dem „Brunch extrem“ im letzten auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie. Was uns besonders bewegt – aber durch eure Unterstützung, z. B. durch Unterzeichnen unserer Petition, hoffentlich am Ende an Ort und Stelle lässt – ist das Thema Gentrifizierung.

Darum zeigen wir in Anwesenheit seines Machers am Freitag, den 27.10.2017, ab 18 Uhr im Café Mano Negra (Alte Münze 12) – bei Getränken und mmm-lecker-veganer Küfa gegen Spende! – den DokumentarfilmDas Gegenteil von Grau“ von Matthias Coers und Recht auf Stadt Ruhr:

Nach dem Dokumentarfilm “MIETREBELLEN – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt” ist 2017 ein weiterer inspirierender Dokumentarfilm entstanden, der sich mit der Graswurzelnutzung von urbanen Lebensräumen auseinandersetzt: DAS GEGENTEIL VON GRAU. “Brachflächen, Leerstand, Anonymität, Stillstand – nicht alle zwischen Dortmund und Duisburg wollen sich damit abfinden. Im Gegenteil. Immer mehr Menschen entdecken Möglichkeiten und greifen in den städtischen Alltag ein. Ein Wohnzimmer mitten auf der Straße, Nachbarschaft, Gemeinschaftsgärten. Stadtteilläden, Repair Cafés und Mieter*inneninitiativen entstehen in den Nischen der Städte – unabhängig, selbstbestimmt und gemeinsam. DAS GEGENTEIL VON GRAU zeigt unterschiedliche Gruppen, die praktische Utopien und Freiräume leben und für ein solidarisches und ökologisches Miteinander im urbanen Raum kämpfen.”

Als Bewohner*innen der Wagenburg Osnabrück (WabOS) versuchen wir anhand eines Lebensentwurfes, welcher einen Gegenpol zum Bürgerlichen darzustellen sucht, unsere Utopien zur tagtäglichen Praxis werden zu lassen. Wir möchten an diesem Abend in Anwesenheit des Filmemachers Matthias Coers und verschiedener Initiativen und Menschen Alternativen der prerevolutionär gelebten Utopie cinematografisch vorführen und im Anschluss gemeinsam mit euch diskutieren, inwiefern die Gestaltung des Alltags und der Wohn- und Lebensform ein politisches Handeln widerspiegelt.

24. Mai 2017: Pressemitteilung #007

Der Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss (StUA) behandelte am 11. Mai
eine Vorlage zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 616, welche nicht
nur weitgehend durchgangsverkehrsgesperrte Bereiche vorsieht, sondern
auch den von der durch die Wohnbebauungpläne bedrohte Wagenburg
Osnabrück (WabOs) Initiativantrag (Kurzversion der WabOs)
befürwortet. Dieser Antrag beinhaltet sowohl den Verbleib der WabOs als
alternativer Wohnform an ihrem seit 20 Jahren bestehenden Standort am
Finkenhügel, als auch eine Erweiterung dieser auf das Nachbargrundstück
an der Straße Am Hirtenhaus. Wie die Wagenburg ausführlich in ihrem
Konzept von November 2016 erläutert hat und zuletzt zu ihrer großen Freude unter breiter Zustimmung ihres Projektes seitens des Publikums auf dem Bürger*innenforum Westerberg - Weststadt vorstellte, beruht der Antrag auf mehreren Begründungen: Zum Einen sagt die praktische Erfahrung, dass viel mehr Bedarf an Raum für das gemeinschaftliche Leben in selbst ausgebauten Bauwagen und an Bewohner*innenplätzen besteht als bislang vorhanden sind. Zum Anderen soll und kann auf diese Weise das Landschaftsbild der ehemaligen Hausgärten, teils unter Mitwirkung und Nutzung der Öffentlichkeit, bewahrt werden. Außerdem spielen soziale, ökologische und auch kulturelle Aspekte hier vordergründig eine große Rolle. Die Vielfalt, die die Wagenburg an dieser Stelle bietet ist unbezahlbar!

Die WabOs begrüßt die Diskussion dieses Themas und freut sich auf eine
rege Zusammenarbeit mit Politik, Öffentlichkeit und Vereinen zur
gemeinschaftlichen Ausarbeitung der Ideen, beispielsweise unter dem
Titel "Zukunftslabor WabOS". Nachdem nun drei Fraktionen ihre
Unterstützung des Antrags signalsiert haben, sind die Bewohner*innen und
Nutzer*innen der WabOs auch erfreut darüber, dass der TOP im StUA ohne
Gegenreden vertagt wurde und somit allen Fraktionen weiter zur
Inspiration dienen kann, während die Ergebnisse der frühzeitigen
Bürger*innenbeteiligung zu den Bebauungsplänen Nr. 616 und 617 noch
nicht ausgewertet sind.

Um den Forderungen nach ihrem Verbleib Nachdruck zu verleihen und ihren
Protest mit anderen, ähnlichen Projekten - in Osnabrück und überall - zu vernetzen, veranstaltet die WabOs in Kooperation mit dem
selbstverwalteten Zentrum SubstAnZ eine große Freiraum- & Wagen-Demo.
Diese startet am Freitag, den 26.05., um 16 Uhr am Hauptbahnhof
Osnabrück. Details wie verschiedene Aufrufe und Redebeiträge, die die
Forderungen in einen gesamtpolitischen Kontext stellen, finden sich hier.

Des weiteren verbleibt die vor über einem halben Jahr gestartete
online-Petition für den Erhalt der WabOs aktiv und gewinnt weiterhin an
Unterzeichner*innen. Sie ist zu finden bei www.change.org unter dem
Suchbegriff "WabOS".

Außerdem erklärt sich die WabOs solidarisch mit den Nutzer*innen und
Anwohner*innen der Grünflächen am Corneliusweg
(http://www.kleingaertnerverein-west.de/; siehe auch den Artikel in der noz). 20 Wohneinheiten (in einer Gegend mit mindestens ebenso viel Leerstand) sind NICHTS gegen seit 80 Jahren bestehende Kleingärten, die einzige (kurze) Rodelstrecke im Stadtteil und die extrem wichtige
Frischluftzufuhr für die Weststadt!

WabOS ?!

Nein. #wabos ist nicht etwa das Akronym für „what a bunch of shit“

#wabos = #WagenburgOsnabrück

sozial · ökologisch · kulturell

Wir, die WabOS (Wagenburg Osnabrück), sind ein alternatives Gemeinschaftsprojekt, das seit 1997 Am Hirtenhaus (Finkenhügel) existiert. Wir sind (+/-) 10* Menschen verschiedener Altersstufen, die in ihren selbst (aus-) gebauten Bauwagen mitten im Grünen leben. Unser Wagenplatz fügt sich hervorragend in das Gelände ein ohne Natur und Lebensräume zu gefährden.

Hier probieren wir eine andere Form des Zusammenlebens aus, ohne soziale Isolation und Vereinzelung, wie sie in der heutigen Gesellschaft – auch aufgrund der Wohnverhältnisse – um sich greifen. Veranstaltungen und Partys werden gemeinsam organisiert und Entscheidungen nach dem Konsensprinzip getroffen. Jede Stimme zählt in einem Miteinander, das jede*n einbezieht.

Das Grundstück ist durch unseren Verein WabOS e. V. von der Stadt Osnabrück gepachtet. Es ist nicht erschlossen, was bedeutet, dass wir unseren eigenen Solarstrom produzieren und vorhandenes Regenwasser nutzen bzw. das wenige benötigte Trinkwasser von außen beziehen.

foto1Wir setzen uns nicht nur für den Fortbestand unseres eigenen Projektes ein, sondern für Wagenplätze und andere alternative Lebensweisen überall.

* Dass wir „nur“ (+/-) 10 Menschen sind liegt, nebenbei bemerkt, nicht an uns oder mangelndem Interesse, sondern an den Restriktionen unseres Pachtvertrages. Ganz im Gegenteil machen wir immer wieder die traurige Erfahrung, anfragende potentielle neue Mitbewohner*innen aufgrund der Pachtverhältnisse fortschicken zu müssen. Daher rührt auch unser Initiativantrag beim Stadtrat auf Vergrößerung unseres Platzes und der erlaubten Bewohner*innenzahl.

Wir positionieren uns klar gegen jegliche Form von Diskriminierungen wie Rassismus, Ageismus, Sexismus und Homophobie. Ebenso haben nationalistisches und / oder antisemitisches Gedankengut und andere faschistische Ideologien bei uns – und überhaupt auf der Welt – nix zu suchen!

…und Speziesismus ist auch kacke.

 

refugees_welcome

September 2016: Infobroschüre & Flugblatt

Die ausführliche Infobroschüre, die wir aufgrund unserer bedrohlichen Situation im September 2016 veröffentlicht haben, findet ihr hier als pdf: Infobroschuere_WabOS_kleinesVolumen An Aktualität hat sie bislang (leider!) nix eingebüßt.

Hier ist außerdem das kurze Flugblatt, das wir in dem Zuge ebenfalls veröffentlicht haben.

 

Fühlt euch frei die Infos zu vervielfältigen und die Inhalte zu nutzen!!!