Oktober 2018: Soli-Partyyy!

Yeah! Am 26.10.2018 steigt im SubstAnZ (Frankenstraße 25A, Osnabrück) im Rahmen der Kritischen Ersti-Wochen 2018 der Hochschulgruppe Kleine Strolche eine Soli-Party für die WabOS! Mit von der Partyyy sind: die MT Bags (wave punk / Osnabrück), Los Dos Cerrados (minimal surf / Dortmund) und danach an den Plattentellern die lokale Szenen-Ikone Diabolo! Einen Soli-Tresen wird es auch geben: die Flamingo-Cocktail-Bar aus Bielefeld! Kommt alle, denn das wird großartig!!!

Flyer-Design: Mental Rabie

Los Gringos (surf crap / pott) mussten leider aus privaten Gründen kurzfristig absagen. Das ist sehr schade! – Aber: Es wird trotzdem grandios!!!

Juni 2018: Solidarität ist kein Vergehen!

Nachdem bereits im Februar dieses Jahres der wendländische Gasthof Meuchefitz und der benachbarte Wagenplatz von der Staatsgewalt heimgesucht wurden (siehe z. B. die Artikel der taz oder des nd), wurde im Mai auch das Selbstverwaltete Aktions- und Kommunikationszentrum Alhambra in Oldenburg durch eine Hausdurchsuchung drangsaliert. Die (vorgeschobene / gar illegale) Grundlage soll in beiden Fällen das Hissen von Fahnen sein, welche die kurdischen YPG und YPJ unterstützen.

Es kann kein Vergehen sein, sich solidarisch zu erklären mit Organisationen, welche sich für Freiheit, Basisdemokratie, Geschlechtergerechtigkeit, Vielfalt, Ökologie, Gleichberechtigung der Religionen und Feminismus einsetzen. Im Gegenteil. Das sehen wir als WabOS ganz klar so und haben deshalb eine Solidaritätserklärung unterzeichnet. Weitere Unterstützer*innen sind willkommen!

März 2018: Die WabOS, die Hasi und das Haus Mainusch

Was haben die WabOS, die Hasi und das Haus Mainusch gemeinsam? – Richtig. Wir alle sollen, wie so viele andere Projekte und Freiräume, den Geschwüren der Gentrifizierung weichen.

Das selbstverwaltete Zentrum SubstAnZ in Osnabrück hat sich auf coole Art nochmals mit uns, der WabOS, und auch mit dem von Räumung bedrohten selbstverwalteten Kulturraum Hasi in Halle an der Saale solidarisch erklärt. Schaut selbst! Ein dickes DANKE an dieser Stelle an die bewegende Crew!

In einer ähnlichen Lage wie die Hasi und wir befindet sich auch das Haus Mainusch auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Das selbstverwaltete Kultur- und Kommunikationszentrum ist nun nach 25 Jahren äußerst erfolgreichen Bestehens und vielfältigster Nutzung von den Walzen der Gentrifizierung – die auch und erst recht vor Unis und Hochschulen keinen Halt macht – in seiner Existenz bedroht. Eine online-Petition zur Verhinderung schlimmen Übels in Mainz läuft. Unterzeichnen könnt ihr sie hier!

Wir, die WabOS, erklären uns selbstverständlich solidarisch mit der Hasi und dem Haus Mainusch! Und eins sei hier nochmal deutlich gesagt:

WIR LASSEN UNSERE FREIRÄUME UND UNSERE LEBENSRÄUME NICHT PLATTWALZEN!!!

GEGEN PLAN. – FÜR VIELFALT. FÜR KULTUR. FÜR NATUR.

KREATIV. VON UNTEN. MITEINANDER.

27. Oktober 2017: WabOS als „Das Gegenteil von Grau“ im Rahmen der Kritischen Ersti-Wochen 2017

Wie schon im letzten Jahr sind auch in diesem Kritische Ersti-Wochen von der Hochschulgruppe Kleine Strolche initiiert worden. Sie finden statt vom 23.10. bis zum 06.11. und bieten ein buntes, aber vor allem gesellschaftskritisches Programm, welches sich zwar vor allem an Neuankommende in Osnabrück (Studierende und Nicht-Studierende) richtet, aber auch für Alteingesessene durch Vorträge, workshops und Beisammensein interessante und wichtige Blicke über den alltäglichen Tellerrand hinaus ermöglicht und diverse Initiativen vorstellt. (Hier geht es direkt zur Programm-Broschüre.)

Wir als WabOS sind nach dem „Brunch extrem“ im letzten auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie. Was uns besonders bewegt – aber durch eure Unterstützung, z. B. durch Unterzeichnen unserer Petition, hoffentlich am Ende an Ort und Stelle lässt – ist das Thema Gentrifizierung.

Darum zeigen wir in Anwesenheit seines Machers am Freitag, den 27.10.2017, ab 18 Uhr im Café Mano Negra (Alte Münze 12) – bei Getränken und mmm-lecker-veganer Küfa gegen Spende! – den DokumentarfilmDas Gegenteil von Grau“ von Matthias Coers und Recht auf Stadt Ruhr:

Nach dem Dokumentarfilm “MIETREBELLEN – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt” ist 2017 ein weiterer inspirierender Dokumentarfilm entstanden, der sich mit der Graswurzelnutzung von urbanen Lebensräumen auseinandersetzt: DAS GEGENTEIL VON GRAU. “Brachflächen, Leerstand, Anonymität, Stillstand – nicht alle zwischen Dortmund und Duisburg wollen sich damit abfinden. Im Gegenteil. Immer mehr Menschen entdecken Möglichkeiten und greifen in den städtischen Alltag ein. Ein Wohnzimmer mitten auf der Straße, Nachbarschaft, Gemeinschaftsgärten. Stadtteilläden, Repair Cafés und Mieter*inneninitiativen entstehen in den Nischen der Städte – unabhängig, selbstbestimmt und gemeinsam. DAS GEGENTEIL VON GRAU zeigt unterschiedliche Gruppen, die praktische Utopien und Freiräume leben und für ein solidarisches und ökologisches Miteinander im urbanen Raum kämpfen.”

Als Bewohner*innen der Wagenburg Osnabrück (WabOS) versuchen wir anhand eines Lebensentwurfes, welcher einen Gegenpol zum Bürgerlichen darzustellen sucht, unsere Utopien zur tagtäglichen Praxis werden zu lassen. Wir möchten an diesem Abend in Anwesenheit des Filmemachers Matthias Coers und verschiedener Initiativen und Menschen Alternativen der prerevolutionär gelebten Utopie cinematografisch vorführen und im Anschluss gemeinsam mit euch diskutieren, inwiefern die Gestaltung des Alltags und der Wohn- und Lebensform ein politisches Handeln widerspiegelt.

17. August 2017: Pressemitteilung #008

Vor einiger Zeit haben wir uns mit den Nutzer*innen der Kleingärten am Corneliusweg (/ Richard-Wagner-Straße, auch Westerberg) solidarisiert.

Am 10. August 2017 wurde in der Lokalpresse gemeldet, dass die Osnabrücker CDU sich nun gegen eine Wohnbebauung auf der Fläche der Kleingärten positioniert. Auch wenn das Thema wohl noch nicht ganz vom Tisch ist, freuen wir uns ausdrücklich mit dem Kleingärtner*innenverein West darüber!

Die Argumentation der CDU für den Erhalt der Kleingärten anstelle einer Wohnbebauung entspricht im Wesentlichen unserem Wortlaut, was den Erhalt der Grünflächen Am Hirtenhaus bei uns und unserer WabOS betrifft. Denn: Bereits seit über einem Jahr plädieren wir dafür, dass die Flächen Am Hirtenhaus “wirklich ein schönes Stück Osnabrücker Natur, das wir nicht ohne Not zerstören sollten,“ sind, “zumal auf diesem Fleckchen Erde 'ja auch Gemeinschaft stattfindet'”. Des weiteren “leisten (die Flächen) einen wichtigen Beitrag zu einem guten Stadtklima und einer besseren Luftqualität”, wie auch neueste Untersuchungen der Stadt zeigen...

Nach wie vor gilt für unseren Fall zusätzlich, dass wir bereits Wohneinheiten darstellen, und es keinen Sinn ergibt, die bestehenden sozialen und naturfreundlichen durch weniger soziale und naturfreundliche mit einem immensen Kosten- und Ressourcenaufwand zu ersetzen.

Da die CDU bei der Schaffung von Wohneinheiten “aber die grünen Finger und Frischluftschneisen nicht beeinträchtigen” will, wäre es dringend an der Zeit, dass sie sich, wie andere Fraktionen es bereits getan haben, klar und deutlich für das Konzept des WabOS e. V., welches den Erhalt der Flächen Am Hirtenhaus beinhaltet, ausspricht.
Die WabOS begrüßt jeden umweltschutz- und gemeinschaftsfördernden Gedanken seitens aller Parteien, bangt jedoch nach wie vor um ihre Existenz.

Die vor über einem halben Jahr gestartete online-Petition für den Erhalt der WabOs bleibt aktiv und gewinnt weiterhin an Unterzeichner*innen. Sie ist zu finden bei www.change.org unter dem Suchbegriff "WabOS" oder unter diesem Direktlink.

Ende Mai 2017: Ganz schön wat los!

Die Demo am vergangenen Freitag (26.05.2017) hat auf jeden Fall gefetzt, bei bestem Wetter, mit ca. 250 Leuten und 4 Lastern. Kraftvoll. Grandioser support!!! Und ein genialer Rundumschlag an (Rede-) Beiträgen (zu finden unter obigem Link „Demo“…dann unten)….

Gegen Gentrifidingsbums, für mehr Freiräume und Selbstverwaltung, gegen die scheiß Abschiebe- und Grenzmaschinerie, für Solidarity Cities, gegen Wohnraummieten, für mehr Wagenplätze und … für dass die WabOS bleibt!!! YEAH!

Die Lokalzeitung hat dazu in ihrer Druck- und vor allem in der online-Ausgabe berichtet … Bis auf ein paar kleine Humperl recht akzeptabel, wie wir finden. Erschienen sind ein Artikel (online mit Foto) und ein Video.

Weitere Presse hat sich für die nächste Zeit angekündigt…

24. Mai 2017: Pressemitteilung #007

Der Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss (StUA) behandelte am 11. Mai
eine Vorlage zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 616, welche nicht
nur weitgehend durchgangsverkehrsgesperrte Bereiche vorsieht, sondern
auch den von der durch die Wohnbebauungpläne bedrohte Wagenburg
Osnabrück (WabOs) Initiativantrag (Kurzversion der WabOs)
befürwortet. Dieser Antrag beinhaltet sowohl den Verbleib der WabOs als
alternativer Wohnform an ihrem seit 20 Jahren bestehenden Standort am
Finkenhügel, als auch eine Erweiterung dieser auf das Nachbargrundstück
an der Straße Am Hirtenhaus. Wie die Wagenburg ausführlich in ihrem
Konzept von November 2016 erläutert hat und zuletzt zu ihrer großen Freude unter breiter Zustimmung ihres Projektes seitens des Publikums auf dem Bürger*innenforum Westerberg - Weststadt vorstellte, beruht der Antrag auf mehreren Begründungen: Zum Einen sagt die praktische Erfahrung, dass viel mehr Bedarf an Raum für das gemeinschaftliche Leben in selbst ausgebauten Bauwagen und an Bewohner*innenplätzen besteht als bislang vorhanden sind. Zum Anderen soll und kann auf diese Weise das Landschaftsbild der ehemaligen Hausgärten, teils unter Mitwirkung und Nutzung der Öffentlichkeit, bewahrt werden. Außerdem spielen soziale, ökologische und auch kulturelle Aspekte hier vordergründig eine große Rolle. Die Vielfalt, die die Wagenburg an dieser Stelle bietet ist unbezahlbar!

Die WabOs begrüßt die Diskussion dieses Themas und freut sich auf eine
rege Zusammenarbeit mit Politik, Öffentlichkeit und Vereinen zur
gemeinschaftlichen Ausarbeitung der Ideen, beispielsweise unter dem
Titel "Zukunftslabor WabOS". Nachdem nun drei Fraktionen ihre
Unterstützung des Antrags signalsiert haben, sind die Bewohner*innen und
Nutzer*innen der WabOs auch erfreut darüber, dass der TOP im StUA ohne
Gegenreden vertagt wurde und somit allen Fraktionen weiter zur
Inspiration dienen kann, während die Ergebnisse der frühzeitigen
Bürger*innenbeteiligung zu den Bebauungsplänen Nr. 616 und 617 noch
nicht ausgewertet sind.

Um den Forderungen nach ihrem Verbleib Nachdruck zu verleihen und ihren
Protest mit anderen, ähnlichen Projekten - in Osnabrück und überall - zu vernetzen, veranstaltet die WabOs in Kooperation mit dem
selbstverwalteten Zentrum SubstAnZ eine große Freiraum- & Wagen-Demo.
Diese startet am Freitag, den 26.05., um 16 Uhr am Hauptbahnhof
Osnabrück. Details wie verschiedene Aufrufe und Redebeiträge, die die
Forderungen in einen gesamtpolitischen Kontext stellen, finden sich hier.

Des weiteren verbleibt die vor über einem halben Jahr gestartete
online-Petition für den Erhalt der WabOs aktiv und gewinnt weiterhin an
Unterzeichner*innen. Sie ist zu finden bei www.change.org unter dem
Suchbegriff "WabOS".

Außerdem erklärt sich die WabOs solidarisch mit den Nutzer*innen und
Anwohner*innen der Grünflächen am Corneliusweg
(http://www.kleingaertnerverein-west.de/; siehe auch den Artikel in der noz). 20 Wohneinheiten (in einer Gegend mit mindestens ebenso viel Leerstand) sind NICHTS gegen seit 80 Jahren bestehende Kleingärten, die einzige (kurze) Rodelstrecke im Stadtteil und die extrem wichtige
Frischluftzufuhr für die Weststadt!

Mai 2017: Das Ganze ist noch nicht komplett & Solidarität mit dem Corneliusweg!

Im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss (StUA) ist es für uns am 11. Mai weder besonders gut, noch schlecht gelaufen. Eigentlich ziehen wir sogar eine recht positive Bilanz. Denn nach 3,5 Stunden Herumsitzen dank anderer hitzig debattierter TOPs wurde unser Antrag auf Vergrößerung der WabOs vertagt. Schön war dabei aber, dass es keine wirklichen Gegenreden gab und sich eine dritte Fraktion erstmalig öffentlich als Unterstützerin unserer Erweiterung aufs benachbarte Grundstück inklusive Erhöhung der Bewohner*innenzahl bekannt hat. Den Antrag in unserer Version findet ihr in Kurzausführung hier, mit ausführlicher Erläuterung in unserem Konzept von November 2016 hier, die beim StUA eingereichte Version, die sich allgmein auf den B-Plan 616 bezieht, hier.
So weit, so vertagt also.

Jetzt liegt es an uns allen, über die nächsten Wochen und Monate auch noch die übrigen Fraktionen zu überzeugen – davon, dass mehr Bauwagenplätze gebraucht werden, dass die Natur bei uns da oben für die ganze Stadt eine Bereicherung ist, dass es sozialer zu wohnen kaum geht, dass auch Osnabrück dringend (kulturelle) Vielfalt und (soziale und ökologische) Nachhaltigkeit benötigt, und dass dieser Gentrifidingsbums Einhalt geboten werden muss!!!

Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen und unseren Protest mit anderen, ähnlichen Projekten – überall!!! – zu vernetzen, KOMMT ALLE ZUR FREIRAUM- & WAGEN-DEMO!!! Wie gesagt: Am Freitag, den 26.05., 16 Uhr ab Hauptbahnhof Osnabrück!!!

Vergangenen Dienstag waren wir wie auch in der Lokalzeitung angekündigt beim Bürgiforum Westerberg – Weststadt (Osnabrück). Wenn ihr auch ein paar bunte Bilder, Kartenmaterial etc. anschauen wollt, dann guckt euch gerne unsere dort gehaltene Präsentation an.
Insgesamt haben wir in dem lokalen bürgerlichen Diskussionsraum ziemlich viel Zustimmung erhalten. Wir freuen uns sehr, dass die Menschen in unserem Stadtteil so hinter uns stehen!!!

In der Lokalzeitung wurde im Anschluss auch über uns berichtet (den Artikel findet ihr auch hier), aber vor allem über weitere total absurd bescheuerte Bebauungspläne in der Gegend. WIR SOLIDARISIEREN UNS MIT DEN NUTZER*INNEN DER GRÜNFLÄCHEN AM CORNELIUSWEG!!! 20 Wohneinheiten (in einer Gegend mit mindestens ebenso viel Leerstand) sind NICHTS gegen seit 80 Jahren bestehende Kleingärten, die einzige (kurze) Rodelstrecke im Stadtteil und die extrem wichtige Frischluftzufuhr für die Weststadt!

07. Januar 2017: Stopp Westumgehung!

Am 07.01.2017 erschien in der Lokalpresse (NOZ) im Rahmen der frühzeitigen Bürgi-Beteiligung zu den auch uns bedrohenden Bebauungsplänen eine Anzeige seitens der bepo. Die Bürgi-Initiative wehrt sich schon seit vielen Jahren gegen den Bau einer westlichen Umgehungsstraße in Osnabrück, wie sie trotz bzw. wegen der geplanten Wohnbebauung noch immer „partei-streit-macht-politisch“ im Raum schwebt. Dies unter anderem weil das „Verkehrskonzept Westerberg“ noch immer nicht ganz zufriedenstellend für die Anwohner*innen und die Nutzer*innen ist.* Danke für euer Engagement, liebe bepo!!!

* Unsere Meinung dazu ist ja klar: Bus- und Radnetz stark verbessern, SUVs beschränken und so. Fertig!

Für mehr Wagenplätze!

Wagenburgen gibt es wohl schon so lange wie es rollende Fahrzeuge gibt. Belegt sind sie seit der Antike, wobei die ursprünglich kreis- oder wallförmige Siedlungsform in den unterschiedlichsten Kulturen und über mehrere Kontinente hinweg seit jeher beliebt war. Nicht nur dienten „Burgen“ aus Wagen dem Schutz und der Verteidigung. In den allgemein stark zurückgehenden nomadischen und wandernden Kulturen waren und sind sie seit jeher der allgemeine Wohnsitz. (Bei Interesse werft doch zum Beispiel mal einen Blick auf den wikipedia-Artikel dazu.)

Wagenplätze beziehungsweise das Wohnen auf Rädern haben sich auch in Zeiten von Notstand bewährt, zum Beispiel für Kriegsflüchtlinge oder unter Umständen großer Armut. – Doch was sinnvoll und positiv erscheint wird bekanntlich allzu oft von bürokratischen Repressionsorganen versucht zu Nichte zu machen…

…zum Glück nicht immer mit Erfolg: Die Lebensform „Wagenplatz“ hat auch die BRD-Jahrzehnte bislang irgendwie überstanden. Trotz ständiger Vertreibungen und Verdrängungen der als Minderheit zu betrachtenden Menschen, die diesen oft als „alternativ“ kategorisierten Lebensstil frei für sich wählen, haben es viele Wagenplätze inzwischen geschafft, sich über kommunalpolitische Hürden hinweg zu etablieren – teils wirklich „safe“, teils allen politischen Widrigkeiten zum Trotz irgendwie da geblieben.

Dass es in puncto selbstverwaltete Freiräume der Lebensform Wagen kein ruhiges Hinterland gibt, hat wohl spätestens mit der Zerstörung der Bambule in Hamburg auch der*die letzte BILD-Leser*in verstanden. War dann nicht mehr so schillig, in der Hansestadt…

WIR FREIRÄUME HALTEN ZUSAMMEN!

Auch in Osnabrück gibt es neben unserer WabOs seit Jahrzehnten weitere Wagenplätze beziehungsweise Bestrebungen nach mehr. Nicht nur für uns selbst fordern wir durch unseren Initiativantrag beim Stadtrat eine räumliche Vergrößerung unseres Platzes, einhergehend mit der Erhöhung der erlaubten Bewohner*innenzahl.

Erwachsen damals noch im Zusammenhang mit der Forderung nach einem autonomen Zentrum (heute das SubstAnZ) wurde der bald darauf gegründete Verein Wagen wagen e. V. von der Stadt (unter den absurdesten Vorwänden) jahrelang durch die Gegend geschubst… und schließlich gänzlich seiner geologischen Grundlage beraubt. Nach einigen Querelen konnte der Wagen-wagen-Wagenplatz jedoch auf einem großen und wunderschönen Grundstück von echt coolen Privatleuten zu fairen Bedingungen unterkommen. So weit, so safe.

Ein bitteres Ende wurde durch kommunalpolitische Unfähigkeiten dem Wagen- und Wohnprojekt Grüne Gräser bereitet, die nach einem prima Start (2010), gefolgt von nervigem Hickhack in Bramsche (Landkreis Osnabrück), bei der ollen „Friedensstadt“ Osnabrück damals (2012) leider nur auf taube Ohren gestoßen sind…

Der Bedarf nach weiterem Raum für Wagenleben ist auch in unserer Ha(n)sestadt erfahrungsgemäß nach wie vor enorm!

FÜR MEHR WAGENPLÄTZE!

Außerhalb unserer provinziellen Großstadt ist aktuell der Wagenplatz Wem gehört die Welt in Köln von Gentrifizierung und Räumung bedroht – obwohl allein online über 13.000 Menschen für den Erhalt unterschrieben haben.

Für den ebenfalls Räumungs-bedrohten Bauwagenplatz Duisburg Homberg könnt und sollt ihr weiterhin auch online unterschreiben!

Auch unseren Genoss*innen aus der Braunschweiger Nordstadt scheinen die lokalen Behörden bald an den Wagen-Kragen gehen zu wollen. Wir solidarisieren uns selbstverständlich auch mit dem Platz dort und werden versuchen euch dazu auf dem Laufenden zu halten.

Inzwischen haben mehrere Wagenplätze den Schritt ins digitale Zeitalter gewagt, darunter z. B. die guten alten Schattenparker in Freiburg, die Wagengruppe Treibstoff in Wien, die endlich einen festen Platz JETZT UND FÜR IMMER braucht, diverse Plätze an diversen Orten wie Hamburg, Berlin, Würzburg, … Ihr kennt ja das Internetz und die (a)social media: Wer*wsie suchet, der*die findet.

Auf der Seite wohnhaft.de findet ihr außerdem Interessantes und Nützliches rund ums Wagenleben.

Gekommen um zu bleiben!!!

– Das Soli-Logo „Für mehr Wagenplätze“ schicken wir euch auf Anfrage gerne als .xcf für die freie Gestaltung (Siebdruck, Aufkleber, Plakate,…) –

Oktober 2016: Solidarität vom SubstAnZ

Solidaritätserklärung des SubstAnZ mit dem Wagenplatz WabOS


WabOS bleibt! Für den Erhalt von Freiräumen in Osnabrück und überall!

Es ist wieder soweit, dass einer der wenigen Freiräume in Osnabrück existenziell bedroht ist. Die WabOS (Wagenburg Osnabrück) befindet sich seit 19 Jahren am Finkenhügel auf einem von der Stadt gepachteten Grundstück. Dort leben die Bewohner*innen in Bauwagen und setzen den gesellschaftlich genormten Wohnverhältnissen einiges an Experimentierfreude entgegen.

Warum soll mensch den halben Monat für die Miete arbeiten? Warum leben die meisten isoliert voneinander in Häuserkomplexen der Anonymität?
Mit diesen und anderen Fragen will die WabOS auch weiterhin im Hier und Jetzt unsere Subkultur bereichern, käme die Stadt Osnabrück nicht mit einer geplanten Bebauung um die Ecke. Mangelnder Wohnraum und mehr Geld für den Haushalt sind die Argumente.Die Wagenburg ist bereits bezahlbarer und schützenswerter Wohnraum. Der Westerberg braucht nicht mehr „Edelbauland“. Es gibt laut Leerstandsmelder und Baulandkataster bereits erschlossenes Bauland bzw. Leerstand in der Stadt. Und der Finanzhaushalt der Stadt wird nicht dadurch „gerettet“, dass der naturnahe Rückzugsort dem Rest der teuren Wohngegend am Westerberg angeglichen wird und den kapitalistischen Interessen der Stadtverwaltung weichen muss.Wir unterstützen die Forderung der WabOs, von der Stadt als das anerkannt zu werden, was sie ist. Die betroffenen Menschen sollten zumindest jetzt in die scheinbar unumgängliche Bebauung mit einbezogen werden, damit sie ihren Lebensraum selbst gestalten können.Wir Freiräume halten zusammen!

SubstAnZ Plenum vom 12. Oktober 2016